Leinöl Lagerung

Leinöl

Wie lagert man Leinöl? Muss man Leinsamenöl im Kühlschrank lagern auch wenn die Flasche noch geschlossen ist? Wie ist es grundsätzlich um die Haltbarkeit von Leinöl bestellt? Manche Hersteller geben diese in Monaten an, andere wiederum schreiben auf die Etiketten ein MHD von ein paar Wochen. Hier erfahren Sie Näheres zur Lagerung von Leinöl und seiner Haltbarkeit.

Leinöl Haltbarkeit

Leinsamenöl gilt aufgrund seines hohen Gehalts an ungesättigten Fettsäuren (Linolsäure und Linolensäure) als äußerst gesund. Die gesunden Fette sind im Leinöl bis zu 90 % enthalten. Als ungesättigt wird in der Chemie eine Verbindung genannt, wenn sie eine oder mehrere Doppelbindungen enthält. Linolsäure enthält eine, Linolensäure zwei Doppelbindungen zwischen jeweils zwei Kohlenstoff Atomen im Fettsäuremolekül. Doppelbindungen sind viel reaktionsfreudiger als Einfachbindungen. So kann zum Beispiel der Sauerstoff aus der Luft die Doppelbindung angreifen und spalten, vor allem wenn zusätzlich UV Licht anwesend ist. Bei dieser Oxidation wird die Doppelbindung zerstört, es bilden sich neue Stoffe, das Leinöl verändert sich. Genau das ist der Grund für die relativ kurze Haltbarkeit von Leinöl. Da chemische Reaktionen bei niedrigen Temperaturen langsamer verlaufen, so auch die Oxidation der Doppelbindungen in der Linolensäure, ist das Kühlen von Leinöl zur Verlängerung der Haltbarkeit unabdingbar. Da auch UV Licht eine Rolle spielt, sollte Leinöl nur in dunkeln Glasflaschen gelagert werden.

Wie lange ist Leinöl haltbar?

Die Mindeshaltbarkeit (MHD) wird vom Hersteller festgelegt und muss auf dem Etikett angegeben werden. Wie der Produzent dieses Datum festlegt, bleibt seiner eigenen Einschätzung überlassen. Das MHD ist das Datum bis zu dem der Hersteller eine einigermaßen gleich bleibende Qualität seines Produkts gewährleistet. Anders als beim Verbrauchsdatum ist ein Lebensmittel nach Ablauf des MHD noch verzehrbar, jedoch mit minderer Qualität.

Frisch gepresstes Leinöl hält sich meiner Einschätzung nach im Kühlschrank gut und gerne 12-15 Wochen. Direkt nach dem Pressen schmeckt Leinöl so mild, dass man keinerlei bitteren Beigeschmack bemerkt. Dieser stellt sich recht schnell ein, trotz Kühlung, bleibt aber lange Zeit angenehm. Nach drei, spätestens vier Monaten schmeckt Leinöl dann deutlich bitter. Man kann es dann noch verzehren, wenn man das mag. Erst wenn es richtig bitter ist, sollte man es nicht mehr verwenden. Es hat dann auch gesundheitlich keine Vorteile mehr, da sich die ungesättigten Fettsäuren, auf die es ankommt, mit der Zeit immer mehr zersetzten.

Leinöl einfrieren

Wie schon beschrieben kann man die Haltbarkeit von Leinöl durch Kühlung deutlich verlängern. Dazu ist es nötig das Leinöl gleich nach dem Pressen kühl zu stellen und nicht erst zu Hause. Viele Supermärkte allerdings kühlen Leinöl nicht, eigentlich unverständlich, und begründen den Umstand damit, dass das Öl vom Hersteller unter Sauerstoffausschluss in dunkle Flaschen oder Blechkanister gefüllt wurde. Das mag alles nützlich sein, Kühlen allerdings bringt viel mehr. Je kälter das Leinöl gelagert wird, umso langsamer verlaufen die Oxidationsprozesse. Also macht durchaus Sinn Leinöl im Kühlschrank aufzuheben. Auch einfrieren auf Vorrat ist ohne Probleme möglich. Dadurch verlängert sich die Haltbarkeit auf 4-5 Monate. Leinöl einfrieren und auftauen geht schnell und tut der Qualität keinen Abbruch. Da sich Öl sich bei Kälte nicht ausdehnt (wie Wasser es tut), brauch man nicht zu befürchten, dass die Flaschen platzen. Beim Einfrieren wird das Öl einfach dickflüssig, bei – 16 Grad fest und sonst passiert nichts.

Leinölschmalz 100 g

Leinölschmalz ist ein veganer Aufstrich, der 65 % Leinöl enthält. Durch Zwiebeln und Feigen wird der leicht bittere Geschmack des Leinöl angenehm ergänzt. Leinölschmalz schmilzt auf der Zunge und hinterlässt ein wunderbares Mundgefühl.

Leinmehl 300 g

Leinmehl ist vermahlener Leinpresskuchen. Dieser bleibt bei der Pressung von Leinöl zurück. Man verwendet ihn als veganen Ei Ersatz, als Low Carb Zutat bei Brot und Brötchen backen oder als Tomatendünger. Grober Presskuchen wird auch an Pferde verfüttert.

Weiterlesen

Rezepte mit Leinöl

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.